Schwanger Fit Beckenboden Stunde 8 Theorie

Der Beckenausgang – Was passiert dort?

Der Beckenausgang ist der letzte Abschnitt im Becken – durch ihn kommt das Baby bei einer vaginalen Geburt zur Welt.

Während der Beckeneingang quer-oval (breit) ist, ist der Beckenausgang längs-oval (lang).

Durch gezielte Bewegungen kannst du die Form und Weite deines Beckenausgangs beeinflussen – das ist nicht nur für die Geburt wichtig, sondern auch für deinen Alltag und dein Wohlbefinden.

Wie kannst du Raum im Beckenausgang schaffen?

Sitzbeinhöcker auseinander bewegen:

Die Weite zwischen den Sitzbeinhöckern vergrößern – das gelingt z.B. durch bestimmte Sitz- und Vierfüßlerpositionen.

Kreuzbein beweglich halten:

Ein bewegliches Kreuzbein (unterster Teil der Wirbelsäule) sorgt dafür, dass von vorne nach hinten mehr Platz entsteht.

Das geht am besten in einer leicht gerundeten, aufgerichteten Beckenposition (kein Hohlkreuz!).

Innenrotation der Beine:

Bringt die Beine sanft nach innen, um den Beckenausgang zu weiten – unterstützt durch kräftige Oberschenkelrückseiten und Adduktoren.

Warum ist Entspannung so wichtig?

Loslassen im Beckenboden:

Nur wenn du die Muskulatur im Beckenboden entspannen kannst, wird der Beckenausgang wirklich weit und flexibel.

Mentale Entspannung:

Vertrauen, positive Gedanken und bewusstes Loslassen unterstützen nicht nur die Geburt, sondern auch dein Körpergefühl im Alltag.

Praktische Tipps für die Geburt

Rückenlage?

Falls du während der Geburt in Rückenlage bist, achte darauf, dass dein Kreuzbein beweglich bleibt.

Lege eine kleine Rolle (Handtuch) unter eine Pobacke oder forme eine U-förmige Unterlage, damit das Kreuzbein nicht blockiert wird.

Blase & Darm entleeren:

Je leerer Blase und Darm, desto mehr Platz hat dein Baby beim Durchtritt durch den Beckenausgang.

Das Gefühl, während der Geburt „auf Toilette zu müssen“, ist ganz normal – Hebammen sind darauf vorbereitet!

Nicht gegen das Gefühl anspannen:

Wenn du versuchst, den Anus zusammenzukneifen, spannst du den gesamten Beckenboden an – das erschwert die Geburt.

Lasse bewusst los, alles darf geschehen!

Zusammengefasst

Du kannst den Beckenausgang aktiv beeinflussen – durch Mobilisation, Kräftigung und bewusstes Loslassen.

Entspannung und Vertrauen sind genauso wichtig wie Kraft!

Nutze das Wissen um dein Becken, um dich in der Geburt und im Alltag sicher und frei zu fühlen.

 

Das Wochenbett: Alles Wichtige auf einen Blick

1. Was ist das Wochenbett?

  • Definition:
Das Wochenbett ist die Zeit direkt nach der Geburt, in der Mutter, Baby und Familie sich erholen und in ihre neuen Rollen hineinwachsen. Es dauert etwa 6–8 Wochen, manchmal auch länger – je nach Geburtsverlauf und individueller Situation.

  • Bedeutung:
Es ist eine Zeit der körperlichen Heilung, des Kennenlernens und des Ankommens als Familie. Die Mutter soll sich erholen, das Baby willkommen heißen und gemeinsam als Familie „einruckeln“.

  • Synonyme:
Kuschelzeit, Babymoon, Flitterwochen mit dem Baby.

2. Körperliche Erholung und Heilung

  • Warum ist das Wochenbett so wichtig?
Die Geburt ist eine enorme körperliche Leistung. Im Körper der Mutter bleibt eine große innere Wunde (an der Plazenta-Stelle), die heilen muss – vergleichbar mit einer sehr großen äußeren Verletzung, die man nicht sieht, aber ernst nehmen sollte.

  • Vergleich:
Nach einer Knie-OP würde man sich auch schonen. Im Wochenbett ist Schonung genauso wichtig, auch wenn man die Verletzung nicht sieht.

  • Faustregel für die ersten drei Wochen:

    1. Erste Woche: Im Bett bleiben, möglichst viel liegen und Körpermitte entlasten.

    2. Zweite Woche: Auf dem Bett, wenig sitzen mehr liegen, kleine Bewegungen, aber weiterhin viel Ruhe.

    3. Dritte Woche: Um das Bett herum, noch nicht in den Alltag starten, keine großen Wege oder Hausarbeit.

3. Typische Herausforderungen im Wochenbett

  • Stillprobleme:
Frühzeitig Stillberatung aufsuchen oder Stillgruppen besuchen.

  • Postnatale Depression:
Stimmungstiefs sind normal, aber wenn sie länger als 2 Wochen andauern, bitte Hilfe suchen (Hebamme, Ärztin/Arzt, Beratungsstellen).

  • Probleme beim Baby:
Gelbsucht, Trinkschwierigkeiten, zu geringe Gewichtszunahme – immer Rücksprache mit der Hebamme halten.

  • Wundheilung:
Probleme mit Nähten oder Heilung unbedingt engmaschig von der Hebamme oder Ärztin/Arzt kontrollieren lassen.

  • Medizinische Nachsorge:

    • Hebammenbetreuung: In den ersten Wochen wichtigste Ansprechpartnerin.

    • Gynäkologischer Check: Termin 6–8 Wochen nach Geburt (bei Kaiserschnitt 10–12 Wochen).

4. Rückbildung & Bewegung nach der Geburt

  • Wann mit Rückbildung starten?

    • Nach vaginaler Geburt: Rückbildungskurs ca. 6–8 Wochen nach Geburt.

    • Nach Kaiserschnitt: Rückbildungskurs ca. 10–12 Wochen nach Geburt.

    • Individuell anpassen: Wer vor der Geburt sportlich aktiv war, kann manchmal etwas früher starten. Wer lange pausiert hat, lieber noch etwas warten.

  • Frühe Bewegung im Wochenbett:

    • Bereits im Wochenbett sind kleine Übungen möglich:

      • Bauchlage: Unterstützt Rückbildung der Gebärmutter und entlastet Beckenboden (Kissen unter Bauch legen).

      • Becken hochlagern: Kissen unter Po, um Beckenboden zu entlasten.

      • Bauchmuskeln sanft in die Mitte schieben: sanfte Bauchmassage

    • Alltagsschonendes Verhalten:

      • Über die Seite aufstehen und hinlegen.

      • Beim Toilettengang und Husten/Niesen den Beckenboden schützen.

      • Keine schweren Lasten heben („Nichts schwerer als das Baby!“).

5. Praktische Tipps für eine entspannte Wochenbettzeit

  • Vorbereitung:

    • Vorkochen & Einfrieren: Mahlzeiten vorbereiten, um im Wochenbett nicht kochen zu müssen.

    • Lieferdienste nutzen: Gutscheine für Supermarkt- oder Essenslieferdienste wünschen oder organisieren.

    • Besuch organisieren: Besuch bitten, Essen mitzubringen oder Besuche auf später verschieben.

    • Nachtlicht: Ein kleines Licht für nächtliches Stillen/Wickeln, damit das Baby nicht zu wach wird.

    • Alles griffbereit: Wickelutensilien, Stillzubehör, Snacks und Getränke am Bett/im Schlafzimmer bereitstellen.

    • Sinnvolle Geschenke: Statt Babykleidung lieber Gutscheine für Essen, Haushaltshilfe oder Lieferdienste wünschen.

  • Achtsamkeit mit sich selbst:

    • Auf den eigenen Körper hören, Pausen machen, Hilfe annehmen.

    • Nicht zu früh zu viel wollen – Heilung braucht Zeit!

  • Kommunikation und Unterstützung:

    • Aufgaben und Erwartungen mit Partner/Familie absprechen.

    • Unterstützung organisieren (z.B. Hebamme, Familie, Freunde).

6. Zusammenfassung

Das Wochenbett ist eine kostbare und sensible Zeit für Mutter, Kind und die ganze Familie.
Schonung, Geduld und Unterstützung sind jetzt wichtiger als Perfektion oder schneller Alltagseinstieg.
Wer sich jetzt Zeit für Heilung und Kennenlernen nimmt, legt den Grundstein für eine gesunde und glückliche Familienzeit.

SFB Hausaufgaben nach Kursstunde 7

HAUSAUFGABEN UND HAUPTÜBUNGEN FÜR ZU HAUSE FÜR DICH NACH KURSSTUNDE 7

Liebe Schwangere,

um die Beweglichkeit deiner Beckenmitte und deine Rotationsfähigkeit weiter zu stärken, findest du hier deine Hausaufgaben für die kommenden Tage.
Du brauchst dafür nur einen Stuhl und etwas Platz auf dem Boden.
Wiederhole die Übungen gerne mehrmals pro Woche – kleine, regelmäßige Einheiten bringen oft mehr als einmal langes Training!

1. Beobachte deine Bewegungsmuster im Alltag

  • Achte darauf, ob du im Alltag eine Lieblingsseite hast (z. B. beim Treppensteigen, Tragen, Aufstehen).

  • Versuche, auch mal die andere Seite bewusst einzusetzen – beim Aufstehen, Hinsetzen, Drehen.

2. Beckenmobilisation im Sitzen

  • Setze dich auf einen stabilen Stuhl.

  • Kippe das Becken langsam vor und zurück, dann seitlich.

  • Hebe abwechselnd eine Pobacke an.

  • Kreise das Becken in beide Richtungen.

  • Tipp: Mache die Bewegungen langsam und spüre bewusst nach, wie sich rechts und links anfühlen.

3. Rotation und Beinheben

  • Im Sitzen: Ziehe abwechselnd ein Knie zurück, halte kurz und rotiere den Oberkörper zur Seite.

  • Hebe abwechselnd ein Bein an, während du den Bauch sanft aktivierst („Hug the Baby“).

  • Führe die Bewegung langsam und kontrolliert aus, dann entspanne wieder.

4. Funktionelle Ausfallschritte mit Rotation

  • Gehe in einen Ausfallschritt (ein Bein vorne, das andere hinten).

  • Drehe den Oberkörper in Richtung des vorderen Knies.

  • Halte kurz, komme zurück und wechsle die Seite.

  • Tipp: Halte dich am Stuhl fest, wenn du mehr Stabilität brauchst.

5. Offene Hüftpositionen am Boden

  • Setze dich seitlich am Boden (z. B. Z-Sitz oder 90-90-Position).

  • Drücke dich auf beide Knie hoch, schiebe die Hüfte nach vorne und ziehe den Arm über den Kopf zur Seite.

  • Setze dich wieder ab und neige dich zur anderen Seite.

  • Wiederhole die Bewegung mehrmals pro Seite.

6. Mentale Vorbereitung: Affirmationen

  • Lies dir täglich eine oder mehrere der positiven Affirmationen aus dem Kurs durch.

  • Wähle einen Satz, der dich besonders anspricht, und stelle ihn sichtbar auf oder speichere ihn als Handyhintergrund.

  • Lass die Worte wirken und stärke so dein Vertrauen in dich und deinen Körper.

Dein Extra-Tipp:

Achte beim Heben oder Tragen im Alltag auf deine Atmung:
Mit der Ausatmung den Bauch sanft aktivieren („Hug the Baby“), dann heben – das schützt deinen Beckenboden.

Viel Freude beim Üben und Beobachten!

Hauptübungen für Zuhause

Schwanger und Fit Beckenboden: Die Beckenmitte – Rotation, Asymmetrie & Mobilisation

1. Beckenmobilisation im Sitzen

Ausgangsposition

  • Setze dich aufrecht auf einen stabilen Stuhl, möglichst weit vorne auf die Sitzfläche, sodass die Oberschenkel frei liegen.

Bewegungsablauf

  1. Becken kippen und aufrichten:

    • Rolle das Becken langsam nach hinten (Kreuzbein Richtung Stuhl) und wieder nach vorne (Schambein Richtung Decke).

    • Wiederhole die Bewegung mehrmals, ohne großen Kraftaufwand.

  2. Seitliches Schaukeln:

    • Hebe abwechselnd eine Pobacke an, dann die andere.

    • Die Bewegung kommt aus der seitlichen Bauch- und Rückenmuskulatur, nicht durch Gewichtsverlagerung.

  3. Knie zurückziehen:

    • Ziehe abwechselnd ein Knie/Oberschenkel zurück, das andere bleibt vorne.

    • Fokus: Zurückziehen, Oberkörper bleibt möglichst ruhig.

  4. Becken kreisen:

    • Kreise das Becken langsam, wechsel die Richtung.

Alternativen

  • Falls du Beschwerden hast, mache die Bewegungen kleiner oder lege ein Kissen unter die Sitzfläche.

Steigerung

  • Versuche die Bewegungen bewusst zu vergrößern, ohne ins Hohlkreuz zu fallen.

Atemfluss

  • Atme ruhig und gleichmäßig weiter, keine Luft anhalten.

Wirkung & Nutzen

  • Fördert die Beweglichkeit des Beckens und der Wirbelsäule.

  • Lockert Verspannungen und bereitet dich auf asymmetrische Bewegungen vor.

2. Rotation im Oberkörper und Unterkörper (im Sitzen)

Ausgangsposition

  • Sitz aufrecht auf dem Stuhl, Hände in U-Form oder betend vor der Brust.

Bewegungsablauf

  1. Oberkörperrotation:

    • Drehe den Oberkörper ausatmend zur Seite, einatmend zurück zur Mitte.

    • Der Unterkörper bleibt stabil.

  2. Rotation mit asymmetrischer Unterkörperposition:

    • Ziehe z.B. das rechte Knie zurück, halte die Position und rotiere den Oberkörper zur Seite und zurück.

    • Wechsle die Seite, ziehe das linke Knie zurück und rotiere den Oberkörper.

Alternativen

  • Halte die Bewegung kleiner, wenn die Rotation unangenehm ist.

Steigerung

  • Halte die zurückgezogene Position länger und verstärke die Drehung.

Atemfluss

  • Ausatmen beim Drehen, einatmen zurück zur Mitte.

Wirkung & Nutzen

  • Mobilisiert die Wirbelsäule und fördert die Rotationsfähigkeit der Beckenmitte.

  • Unterstützt die Bewegungsmuster, die das Baby bei der Geburt nutzt.

3. Beinheben mit Rotation und „Hug the Baby“

Ausgangsposition

  • Sitz aufrecht, Hände auf den Bauch oder seitlich abgestützt.

Bewegungsablauf

  1. Vorbereitung:

    • Mit der Ausatmung den Bauchnabel sanft nach innen ziehen („Huck the Baby“ – Baby umarmen).

  2. Beinheben:

    • Hebe das rechte Bein ein paar Zentimeter vom Boden ab, halte kurz, dann langsam absetzen und entspannen.

    • Wiederhole mit dem linken Bein.

  3. Rotation:

    • Während du das Bein hebst, drehe die Hüfte leicht nach außen oder innen, je nach Übung.

    • Wechsle die Seite, führe die Bewegung langsam und kontrolliert aus.

Alternativen

  • Hebe das Bein nur wenig an, falls Beschwerden auftreten.

  • Halte dich am Stuhl fest für mehr Stabilität.

Steigerung

  • Versuche das Bein höher zu heben und die Rotation zu verstärken.

Atemfluss

  • Ausatmen beim Anheben und Rotieren, einatmen beim Absetzen.

Wirkung & Nutzen

  • Kräftigt die Hüftmuskulatur und aktiviert den Beckenboden.

  • Verbessert die Kontrolle asymmetrischer Bewegungen, wichtig für die Geburtsrotation.

4. Kontrolliertes Aufstehen mit Armschwung

Ausgangsposition

  • Sitz aufrecht auf dem Stuhl, Füße hüftbreit aufgestellt.

Bewegungsablauf

  1. Armschwung nutzen:

    • Mit der Ausatmung die Arme nach vorne/oben schwingen und das Becken aktivieren (Bauchspannung, „Huck the Baby“).

    • Ein paar Zentimeter aufstehen, dann kontrolliert wieder hinsetzen.

    • Wiederhole mehrmals, versuche dabei immer ein Stück höher zu kommen.

  2. Varianten:

    • Bleibe kurz im Stand, bevor du dich wieder hinsetzt.

    • Mache die Bewegung langsam und bewusst.

Alternativen

  • Setze dich nur auf halber Höhe ab, falls du dich unsicher fühlst.

Steigerung

  • Halte die Standposition länger, erhöhe die Anzahl der Wiederholungen.

Atemfluss

  • Ausatmen beim Hochkommen, einatmen beim Hinsetzen.

Wirkung & Nutzen

  • Verbessert die Kraft und Kontrolle beim Aufstehen.

  • Aktiviert Bauch, Beckenboden und Hüftmuskulatur – fördert die funktionelle Beweglichkeit für Alltag und Geburt.

5. Hip Shift & Gewichtsverlagerung im Stand

Ausgangsposition

  • Stehe aufrecht, Füße hüft- bis schulterbreit, ggf. Stuhl als Unterstützung.

Bewegungsablauf

  1. Po nach hinten schieben:

    • Neige den Oberkörper nach vorne, schiebe das Gesäß nach hinten.

    • Spüre die Dehnung auf der Innenseite der Oberschenkel.

  2. Gewicht verlagern:

    • Bleibe tief und verlagere das Gewicht von einer Seite zur anderen.

    • Strecke abwechselnd ein Bein, beuge das andere.

    • Schiebe das Gesäß nicht nur nach hinten, sondern auch nach rechts und links.

Alternativen

  • Halte dich am Stuhl fest, falls du Stabilität brauchst.

  • Mache kleinere Bewegungen, wenn die Dehnung zu intensiv ist.

Steigerung

  • Bleibe länger tief, intensiviere die Gewichtsverlagerung.

Atemfluss

  • Atme ruhig und gleichmäßig während der Bewegung.

Wirkung & Nutzen

  • Fördert die Beweglichkeit und Kraft der Hüfte.

  • Unterstützt asymmetrische Bewegungsmuster und die Rotation in der Beckenmitte.

6. Intervalltraining: Funktionelle Ausfallschritte & Rotationen

Übung 1: Ausfallschritt mit Hüftöffnung

Ausgangsposition:

  • Stand, ein Bein vorne, das andere hinten auf Zehenspitzen.

Bewegungsablauf:

  • Schiebe das Knie des vorderen Beins nach schräg vorne, Hüfte bleibt offen.

  • Drücke dich mit der Ausatmung zurück in den Stand.

  • Wiederhole auf beiden Seiten.

Alternativen:

  • Mache kleinere Ausfallschritte, halte dich am Stuhl fest.

Steigerung:

  • Gehe tiefer, halte die Position länger.

Atemfluss:

  • Einatmen beim Runtergehen, ausatmen beim Hochkommen.

Wirkung:

  • Kräftigt Beine, Hüfte, Beckenboden, fördert die Beweglichkeit und Rotation.

Übung 2: Ausfallschritt mit Rotation am Boden

Ausgangsposition:

  • Ausfallschritt, ein Knie am Boden, anderes Bein vorne.

Bewegungsablauf:

  • Setze die gegenüberliegende Hand auf den Boden, drehe den Oberkörper zur Decke.

  • Komm zurück in die Ausgangsposition.

  • Wiederhole auf beiden Seiten.

Alternativen:

  • Bleibe im Stand, rotiere nur den Oberkörper.

Steigerung:

  • Drehe weiter auf, halte die Position länger.

Atemfluss:

  • Einatmen beim Absenken, ausatmen beim Aufdrehen.

Wirkung:

  • Mobilisiert die Wirbelsäule und Hüfte, unterstützt die Geburtsrotation.

Übung 3: Tiefer Hip Shift mit Gewichtsverlagerung

Ausgangsposition:

  • Stand, Füße breit, ggf. Stuhl als Unterstützung.

Bewegungsablauf:

  • Gehe tief, Po nach hinten schieben, Gewicht von einer Seite zur anderen verlagern.

  • Strecke abwechselnd ein Bein, beuge das andere.

Alternativen:

  • Halte dich am Stuhl fest, mache kleinere Bewegungen.

Steigerung:

  • Intensiviere die Gewichtsverlagerung, bleibe länger tief.

Atemfluss:

  • Ruhig und gleichmäßig atmen.

Wirkung:

  • Fördert Kraft und Beweglichkeit der Hüfte, unterstützt asymmetrische Bewegungsmuster.

7. 90 Side Camel & offene Hüftpositionen (am Boden)

Ausgangsposition

  • Sitz am Boden, Beine in 90°-Winkeln nach links oder rechts geöffnet.

Bewegungsablauf

  1. Hüftstreckung & Seitenneigung:

    • Stütze eine Hand hinter dir auf, drücke dich auf beide Knie, schiebe die Hüfte nach vorne.

    • Ziehe den freien Arm über den Kopf zur Seite.

  2. Wechsel:

    • Setze dich wieder ab, neige den Oberkörper zur anderen Seite.

    • Mache die Bewegung abwechselnd und kontrolliert.

Alternativen

  • Ziehe die Beine näher zusammen, falls die Position unangenehm ist.

Steigerung

  • Intensiviere die Seitenneigung und Hüftstreckung, halte die Endposition länger.

Atemfluss

  • Ausatmen beim Hochdrücken und Neigen, einatmen beim Zurückkommen.

Wirkung & Nutzen

  • Mobilisiert Hüfte, Becken und Flanken, kräftigt die Muskulatur und fördert die Rotationsfähigkeit der Beckenmitte.

Hinweise zum Abschluss

  • Wiederhole jede Übung nach deinem Wohlbefinden.

  • Achte auf Pausen und deinen Atem.

  • Wenn du unsicher bist, frage deine Trainerin oder führe die Übungen langsam aus.

Viel Freude beim Üben und bleib in Bewegung!

Schwanger Fit Beckenboden Stunde 7 Theorie

Warum sind asymmetrische Bewegungen so wichtig?

  • Rotation im Becken:
Asymmetrische Bewegungen sorgen dafür, dass das Becken wie ein Gewinde arbeiten kann.
Das Baby nutzt diese kleinen Bewegungen unter der Geburt, um sich durch die Beckenmitte zu drehen.

  • Muskeln als Leitplanken:
Deine Hüft- und Rumpfmuskulatur (und der Beckenboden) geben Halt, sind aber auch flexibel.
Sie helfen dem Becken, sich zu öffnen und zu schließen – je nachdem, was gerade gebraucht wird.

  • Alltag & Geburt:
Wer im Alltag nur symmetrisch (gleichförmig) bewegt, verliert an Bewegungsvielfalt.
Einseitige Belastungen oder Verspannungen können sich bis zum Beckenboden auswirken.

Was bringt dir das im Alltag und bei der Geburt?

  • Mehr Bewegungsfreiheit:
Du kannst dich leichter drehen, bücken, aufstehen und asymmetrisch belasten, z.B. beim Tragen.

  • Geburtsvorbereitung:
Ein bewegliches Becken unterstützt die natürliche Drehung deines Babys unter der Geburt.

  • Beckenboden-Entlastung:
Wenn du zwischen verschiedenen Positionen wechseln kannst, bleibt dein Beckenboden flexibel und entspannt.

Wie kannst du das trainieren?

  • Asymmetrische Übungen:
Bewegungen, bei denen rechts und links unterschiedlich arbeiten (z.B. ein Bein heben, einseitige Drehungen).

  • Rotationen:
Übungen, bei denen du Ober- und Unterkörper gegeneinander drehst.

  • Bewusst Seiten wechseln:
Im Alltag und beim Training beide Seiten gleichmäßig nutzen – auch wenn eine Seite ungewohnt ist!

Fazit

Die Beckenmitte ist wie ein cleveres Gelenk, das Beweglichkeit UND Stabilität braucht.
Mit gezielten Rotationen und asymmetrischen Übungen bereitest du dich optimal auf die Geburt vor und tust auch im Alltag deinem Beckenboden etwas Gutes!

Schwangerschaftsfitness & Beckenboden: Warum Rotation so wichtig ist

Theorie-Input:
In der Schwangerschaft spielt die Beckenmitte (Midpelvis) eine zentrale Rolle. Sie liegt zwischen dem oberen und unteren Beckenbereich und ist anatomisch etwas enger und rundlicher geformt. Für das Baby ist sie eine der wichtigsten „Kurven“ auf dem Weg durch den Geburtskanal.

Gerade hier passiert die entscheidende Drehung des Babykopfes. Das Baby passt sich aktiv an die Form des Beckens an, rotiert und nutzt jede deiner Bewegungen, um gut hindurchzugleiten.

Einheit 7: Beckenmitte & Midpelvis

Was passiert in der Beckenmitte?
Das Baby muss sich drehen, um vom querovalen Beckeneingang zum längsovalen Beckenausgang zu gelangen. Diese Drehung passiert nicht einfach von allein – sie wird durch deine Bewegungen, die Stellung deines Beckens und deine Muskelspannung beeinflusst.

Wichtig:
Besonders asymmetrische Bewegungen wie Ausfallschritte, Cossack Lunges oder gezielte Rotationen aus der Brustwirbelsäule helfen, die Beckenmitte zu mobilisieren und vorzubereiten.

Mobilisation & asymmetrisches Training – deine Rolle

Mit gezielter Mobilisation und asymmetrischem Training kannst du:

  • Spannungen in der Beckenmitte lösen,

  • den Beckenboden seitendifferenziert entspannen,

  • deinem Baby den Raum und die richtige Richtung für die Drehung geben.

Geeignete Übungen sind z. B. der B-Stance Squat, der Half Lunge oder die 90/90 Side Camel. Auch deine Atmung hilft dabei, das Zwerchfell zu lockern und mehr Platz im Becken zu schaffen.

Alltagsübertragung – so kannst du das Gelernte nutzen

  • Baue asymmetrische Bewegungen bewusst in deinen Alltag ein, z. B. beim Zähneputzen in Schrittstellung stehen oder beim Sitzen die Beine leicht versetzt positionieren.

  • Achte darauf, wie dein Gewicht verteilt ist und ob du eine bevorzugte Seite hast.

  • Nutze Rotationen im Alltag: kleine Drehbewegungen im Sitzen oder Stehen helfen, Brustkorb und Becken beweglich zu halten.

Fazit

In der Beckenmitte arbeiten du und dein Baby besonders eng zusammen. Je mehr Bewegungsfreiheit du deinem Körper gibst, desto leichter findet dein Kind seinen Weg.

Deshalb: Bleib beweglich, trainiere asymmetrisch und vertraue auf dein Körpergefühl!

Positive Affirmationen für die Geburtsvorbereitung

Was sind Affirmationen?

Positive Affirmationen sind kurze, positiv formulierte Sätze, die dir helfen, Wünsche und Ziele fest in deinen Gedanken zu verankern. Sie richten dich mit einer klaren, bejahenden Aussage auf das aus, was du erreichen möchtest. Man nennt sie auch Autosuggestionen, Kraftsätze oder Vertrauenssätze.

Die Schwangerschaft ist eine besondere Lebensphase, die viele Gefühle mit sich bringt – von Freude und Vorfreude bis hin zu Sorgen und Ängsten. Es ist wertvoll, dich in dieser Zeit mit deinen Gedanken und Gefühlen zu beschäftigen, deine Schwangerschaft zu feiern und auch die Herausforderungen anzunehmen.

Gerade wenn Unsicherheiten, Stress oder Zweifel auftauchen, können Affirmationen dich stärken. Sie laden dich ein, in dich hinein zu spüren, deine innere Kraft zu entdecken und mit Vertrauen deinen eigenen Weg zu gehen. Du hast alles in dir, um dein Baby aus eigener Kraft zu gebären und diese Zeit als spannende Entdeckungsreise zu erleben.

Ablauf zur Arbeit mit Affirmationen

  1. Nimm dir bewusst Zeit und Ruhe:
Setze dich entspannt hin, atme tief durch und komme bei dir an.

  2. Wähle deine Affirmationen aus:
Lies die Liste durch und entscheide, welche Sätze dich am meisten ansprechen.

  3. Sprich die Affirmationen laut oder leise aus:
Wiederhole sie regelmäßig – zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen, abends vor dem Schlafen oder in ruhigen Momenten zwischendurch.

  4. Spüre nach:
Lass die Worte wirken und beobachte, wie sich deine Gedanken und Gefühle verändern.

  5. Feiere deine Fortschritte:
Genieße die positiven Veränderungen und vertraue auf deine innere Stärke.

  1. Mein Körper ist wundervoll.

  2. Mein Körper ist für die Geburt gemacht und weiß genau, was zu tun ist.

  3. Ich habe alles in mir für eine sanfte und sichere Geburt.

  4. Immer und zu jeder Zeit vertraue ich meinem mütterlichen Instinkt.

  5. Ich vertraue meinem Kind, meinem Körper und meiner inneren Stärke.

  6. Liebe und Leichtigkeit begleiten meinen Weg.

  7. Ich vertraue meiner Kraft und überwinde meine Grenzen.

  8. Ich bin ganz ruhig und entspannt.

  9. Ich nehme mir ausreichend Ruhezeit, um mich gedanklich und körperlich optimal auf die Geburt vorzubereiten.

  10. Ich, mein Körper und mein Kind werden bei der Geburt perfekt zusammenarbeiten.

  11. Ich vertraue meinem Körper und folge seiner Führung.

  12. Jede Welle (Wehe) bringt mein Baby näher zu mir.

  13. Ich kann meinen Beckenboden unter der Geburt entspannen.

  14. Ich öffne mich.

  15. Ich freue mich auf die besondere Zeit, die vor mir liegt.

  16. Die Geburt meines Babys ist einfach, weil ich entspannt und zuversichtlich bin.

  17. Ich empfange mein Kind voller Freude und Vertrauen.

  18. Ich bin entspannt und sicher während der Geburt meines Babys.

  19. Ich bin stark und werde immer stärker.

  20. Ich bin glücklich, entspannt und lasse los.

  21. Ich fühle meine unendliche Stärke.

  22. Ich bin voller Vertrauen in meinen Körper und mein Baby.

  23. Ich lasse Ängste los und öffne mich für positive Gedanken.

  24. Jede Bewegung bringt mich meinem Baby näher.

  25. Mein Atem schenkt mir Ruhe und Kraft.

  26. Ich bin bereit für das Wunder der Geburt.

  27. Ich akzeptiere alle Gefühle und gebe mir selbst Liebe.

  28. Mein Baby und ich sind ein starkes Team.

  29. Ich vertraue auf den natürlichen Prozess der Geburt.

  30. Ich bin voller Zuversicht und Gelassenheit.

  31. Ich bin dankbar für diese besondere Zeit in meinem Leben.

SFB Hausaufgaben nach Kursstunde 6

Liebe Teilnehmerin,
um die Beweglichkeit und Kraft deines Beckens weiter zu unterstützen, kannst du diese
Übungen und Tipps in deinen Alltag einbauen:

1. Bewegungsmuster beobachten & wechseln
• Achte darauf, ob du eine Lieblingsseite hast (z.B. beim Treppensteigen, Tragen).
• Versuche bewusst, auch die andere Seite zu nutzen.

2. Beckenkippen im Sitzen
• Setze dich auf einen Stuhl oder Gymnastikball.
• Kippe das Becken langsam vor und zurück, dann seitlich.
• Spüre, wie sich dein Kreuzbein bewegt und der Beckeneingang weitet.

3. Tiefe Hocke (Deep Squat)
• Hocke dich mit erhöhten Fersen (z.B. auf ein Handtuch oder Bücher).
• Öffne die Knie, runde den unteren Rücken leicht.
• Halte dich ggf. an einem festen Gegenstand fest.

4. Kräftigungsübungen wiederholen
• Bulgarian Split Squats, Sumo Squats, Wadenheben – so oft wie es dir guttut.

5. Toilettenhocker nutzen
• Stelle beim Toilettengang die Füße erhöht, damit die Knie höher als die Hüfte sind.
• Nimm dir Zeit und entspanne den Beckenboden.

6. Dehn- und Mobilisationsübungen
• Halb-Kniestand mit Seitneigung, Oberschenkeldehnung, Vierfüßler mit Gewichtsverlagerung.
• Den Hüftbeuger (Psoas), die Babyrutsche – dehnen! Morgens und abends im Bett, 1 Fuß hängt über die Bettkante!

Tipp:
Wenige Wiederholungen am Tag sind oft wirksamer als einmal ganz viel!
Achte auf deinen Atem und darauf, dass du dich wohlfühlst. Viel Freude beim Üben!

Schwanger Fit Beckenboden Stunde 6 Theorie

Beckenräume & Beckeneingang

Das Becken – flexibel und stabil zugleich

• Das menschliche Becken ist kein starres Gebilde, sondern flexibel und beweglich.
• Es besteht aus Kreuzbein, Steißbein und den Beckenschaufeln, die über Gelenke miteinander verbunden sind.
• Der Beckeneingang ist oval und kann durch Bewegung und Haltung vergrößert oder verkleinert werden.
• Für die Geburt muss der Beckeneingang weit werden – das gelingt durch Mobilisation und gezielte Übungen.

Warum Mobilisation und Kräftigung?
• Mobilisation schafft Platz für das Baby und beugt Blockaden und Schmerzen vor.
• Kräftigung sorgt für Stabilität und hilft dir, im Alltag und bei der Geburt aktiv zu bleiben.

Alltagsnutzen:
• Mehr Bewegungsfreiheit, weniger Spannung und Schmerzen.
• Übungen am Stuhl oder Gymnastikball helfen, den Beckeneingang beweglich zu halten.
• Tiefe Hocke mit Knieöffnung verbindet Mobilisation und Kräftigung.

Zusammengefasst:
• Mobilisiere und kräftige dein Becken regelmäßig.
• Wechsle bewusst Bewegungsmuster und Seiten.
• Nutze das Wissen über dein Becken, um dich im Alltag und für die Geburt zu unterstützen.

Beckeneingang
Beweglichkeit, Stabilität & Geburtsvorbereitung

Warum ist der Beckeneingang so bedeutsam?
Das Becken besteht aus mehreren Ebenen, die durch ihre Form und Beweglichkeit maßgeblich beeinflussen, wie wir uns im Alltag bewegen – und wie gut die Geburt verlaufen kann.
Der Beckeneingang (Pelvic Inlet) ist die obere Öffnung des Beckens. Er verbindet den Bauchraum mit dem Becken und bestimmt, wie viel Platz für Organe, Muskeln und – in der Schwangerschaft – für das Baby zur Verfügung steht. Haltung, Beweglichkeit und die Spannung der Muskulatur wirken sich direkt darauf aus, wie weit und flexibel dieser Bereich ist. Während der Schwangerschaft verändert sich das Becken durch Hormone, die wachsende Gebärmutter und eine veränderte Körperstatik. Je beweglicher der Beckeneingang bleibt, desto besser lassen sich Beschwerden vorbeugen – und die Geburt erleichtern.

Beweglichkeit und Stabilität – das richtige Gleichgewicht

Oft liegt der Fokus nur auf der Kräftigung des Beckenbodens. Genauso wichtig ist es aber,
dem Becken Bewegung zu ermöglichen und Spannung bewusst zu lösen.
Ein flexibler Beckeneingang passt sich leichter an unterschiedliche Belastungen an und
fördert die Beweglichkeit von Hüften und unterem Rücken.

Mobilisation – mehr Raum für Bewegung:
• Löst Verspannungen in Hüfte, unterem Rücken und ISG (Iliosakralgelenk)
• Unterstützt die Funktion des Beckenbodens durch besseren Druckausgleich
• Hilft, festgefahrene Haltungen zu erkennen und aufzulockern

Kräftigung – Kontrolle und Stabilität:
• Verbessert die bewusste Steuerung von Hüft- und Rumpfmuskulatur
• Macht dich belastbarer im Alltag (z. B. beim Tragen, Treppensteigen, längeren Stehen)
• Fördert eine gesunde Haltung und entlastet den unteren Rücken

Was bedeutet das für deinen Alltag?
Wenn der Beckeneingang verspannt oder unbeweglich ist, kann das viele Bewegungen beeinflussen:
• Beim Sitzen: Es kann zu Fehlhaltungen und Verspannungen im unteren Rücken kommen.
• Beim Stehen und Gehen: Die Belastung auf Hüften und Beckenboden wird oft einseitig.
• Bei der Geburt: Ein flexibler Beckeneingang erleichtert die Anpassung an die Bewegungen während der Geburt.
Das Ziel ist nicht, dauerhaft in einer „perfekten“ Position zu bleiben, sondern flexibel
zwischen verschiedenen Haltungen wechseln zu können – im Alltag und unter der Geburt.

So kannst du das Gelernte im Alltag nutzen
• Achte auf deine Sitzhaltung: Wechsle regelmäßig die Position, vermeide langes, starres Sitzen.
• Beobachte dein Stehen und Gehen: Spürst du Unterschiede in der Belastung? Versuche, das Gewicht bewusster zu verlagern.
• Nutze Mobilisationsübungen: Bewegungen aus dem Training wie Hüftmobilisation im Sitzen oder Übungen mit dem Gymnastikball lassen sich einfach einbauen.
• Bereite dich auf die Geburt vor: Offene Hüftpositionen und Bewegungsvielfalt helfen, das Becken flexibel zu halten.

Fazit
Der Beckeneingang ist ein zentrales Element für die Statik deines Körpers.
Durch die Kombination aus Mobilisation und Kräftigung erreichst du eine gesunde Balance
aus Stabilität und Beweglichkeit – für einen beschwerdefreien Alltag und eine optimale
Vorbereitung auf die Geburt.

Der Psoasmuskel und seine Bedeutung für Schwangerschaft und Geburt

Der Psoasmuskel (Musculus psoas major) ist ein zentraler Muskel in unserem Körper, insbesondere in Bezug auf Schwangerschaft, Geburt und die Gesundheit des
Beckenbodens.
Funktion und Anatomie
• Stärkster Hüftbeuger: Der Psoas verbindet die Wirbelsäule mit den Beinen und
hebt beim Gehen das Bein an.
• Fluchtmuskel: Er ermöglicht das schnelle Zusammenkauern (Schutz der Organe)
oder das Laufen bei Gefahr.
• Verknüpfung mit dem Sympathikus: Durch seine Rolle als Fluchtmuskel ist er
eng mit dem sympathischen Nervensystem („Fluchtnerv“) verbunden.
Verbindungen im Körper
• Fasziennetz: Über Faszien ist der Psoas mit dem Zwerchfell, der tiefen
Bauchmuskulatur und dem Beckenboden verbunden.
• Einfluss auf die Spannung: Ein verspannter Psoas kann die Spannung dieser
Strukturen beeinflussen.
Probleme durch Verkürzung/Verspannung
• Ursachen: Langes Sitzen, chronischer Stress, Ängste oder Traumata können zur
Verkürzung und Verspannung führen.
• Folgen:
◦ Einengung des Beckens und Unterbauchs
◦ Hohlkreuzbildung (Hyperlordose)
◦ Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, Übelkeit in der Schwangerschaft
◦ Erhöhter Druck auf Beckenboden und Beckenorgane
Rolle bei der Geburt
• Geburtsrutsche: Der Verlauf des Psoas bildet einen Teil der „Geburtsrutsche“, den
muskulären Weg, den das Baby während der Geburt nimmt.
• Weicher Psoas: Erleichtert dem Baby das Eintreten ins Becken und die Drehung in
der Schwangerschaft, z.B. aus Beckenendlage in Kopflage.

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Entspannung und Therapie
• Nicht nur Dehnung: Um den Psoas zu entspannen, reichen klassische
Dehnübungen oft nicht aus.
• Ganzheitlicher Ansatz: Bei stressbedingter Verspannung helfen
körpertherapeutische Übungen, z.B. TRE (Tension and Trauma Release Exercises),
und ggf. psychotherapeutische Begleitung.
• Empfehlung: Bei Beschwerden wie Rückenschmerzen, Ängsten oder Problemen
mit der Kindslage sollte professionelle Unterstützung in Betracht gezogen werden.

Studienlage
• Studien von Franke (2019) und Berzeli mit C (2018) belegen die Bedeutung des
Psoas für Schwangerschaft und Geburt.

Merke:
Ein entspannter, flexibler Psoasmuskel ist nicht nur für das Wohlbefinden während der
Schwangerschaft wichtig, sondern auch für einen gesunden Beckenboden und eine
erleichterte Geburt. Stressmanagement, Bewegung und ggf. therapeutische Begleitung
sind zentrale Bausteine für einen „glücklichen Psoas“.

Übung: Psoas-Dehnung für Schwangere

Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine sanfte, effektive Psoas-
Dehnübung, die besonders für Schwangere geeignet ist. Die Übung ist einfach, braucht

keine Geräte und lässt sich wunderbar in den Tagesablauf integrieren – zum Beispiel
direkt nach dem Aufwachen oder vor dem Schlafengehen.

Vorbereitung
• Suche dir einen ruhigen Moment, am besten morgens nach dem Aufwachen oder
abends vor dem Schlafengehen.
• Lege dich auf dein Bett, mit dem Po an die Bettkante. Du kannst dich entweder ans
Fußende oder seitlich an die Bettkante legen – so, dass ein Bein frei über den Rand
hängen kann.
• Achte darauf, dass dein Rücken und deine Schultern entspannt auf dem Bett
liegen.

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Durchführung der Übung
1. Bein anwinkeln:
Winkle das Bein, das näher zur Bettmitte liegt, vorsichtig an. Führe das Knie sanft
um deinen Babybauch herum Richtung Brust. Halte das angewinkelte Bein mit
einer oder beiden Händen fest.
Tipp: Das Bein sollte so positioniert sein, dass du gut atmen kannst und der Bauch
genug Platz hat.

2. Bein hängen lassen:
Das andere Bein (das zur Bettkante zeigt) lässt du langsam über die Bettkante
hängen.
◦ Der Fuß kann dabei entweder leicht den Boden berühren oder in der Luft
hängen – je nachdem, was sich für deine Hüfte angenehm anfühlt.
◦ Wenn der Fuß frei hängt, ist die Dehnung etwas intensiver.
◦ Wenn dir das zu viel ist, kannst du beide Beine auf dem Bett lassen und das
„hängende“ Bein einfach nur ausstrecken.

3. Position einnehmen:
Spüre, wie die Vorderseite deiner Hüfte (der Bereich des Psoasmuskel) sanft
gedehnt wird.
◦ Dein unterer Rücken bleibt entspannt auf dem Bett.
◦ Dein Gesicht, Nacken und Schultern sind locker.

4. Atmung:
Schließe gerne die Augen.
Atme jetzt 5–6 mal tief und langsam ein und aus.
◦ Mit jedem Ausatmen lässt du das hängende Bein etwas schwerer werden.
◦ Stell dir vor, wie du mit jedem Atemzug mehr Platz im Becken und Bauch
schaffst und der Muskel sich in die Länge zieht und entspannt.

5. Seite wechseln:
Nach etwa 1–2 Minuten (oder nach 5–6 tiefen Atemzügen) löse die Position
langsam auf, stelle beide Füße kurz auf das Bett und wechsle dann die Seite.

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Tipps zur Integration in den Alltag
• Routinen koppeln: Lege die Übung direkt an eine andere Tagesaktivität, zum
Beispiel:
◦ Jeden Morgen nach dem Aufwachen, bevor du aufstehst.
◦ Jeden Abend vor dem Schlafengehen.
• Erinnerung: Lege dir eine kleine Notiz ans Bett oder stelle dir eine Erinnerung im
Handy, bis die Übung zur Gewohnheit wird.
• Regelmäßigkeit: Tägliches Üben (1–2 Minuten pro Seite) bringt die besten Effekte
– für mehr Beweglichkeit, weniger Verspannung und einen entspannten
Beckenboden.

Achtung:
Solltest du während der Übung Schmerzen, Taubheitsgefühle oder starke Beschwerden
haben, brich die Übung ab und sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt/deiner
Ärztin.
Viel Freude beim Ausprobieren und gutes Entspannen!